«Feierabend Plus» mit Mike Lackner - Scheitern als Chance
Die Vortragsreihe «Feierabend Plus» bietet den Strüby-Mitarbeitenden inspirierende Impulse und wertvolles Wissen für Beruf und Alltag. Am Donnerstag, 15. Oktober 2026, war der in der Schweiz lebende und tätige Österreicher zu Gast im Steinbislin. Unter dem Titel «Mit Willenskraft ans Ziel» zeigte der Strüby-Markenbotschafter eindrücklich, wie wichtig mentale Stärke, klare Ziele und der konstruktive Umgang mit Rückschlägen sind. Als Handbike-Athlet, Coach sowie Sport- und Ernährungswissenschaftler vermittelte er zudem konkrete Ansätze zu Energie, Fokus und Zielerreichung.
1100 Kilometer voller Herausforderungen
Seit einem schweren Motorradunfall im Jahr 2013 ist der heute 32-jährige Mike Lackner querschnittgelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Sehr offen und persönlich erzählte er von seiner Leidenschaft für Langdistanz-Radrennen und den Herausforderungen, die ihm sowohl im Sport als auch im Alltag begegnen. Im Zentrum seines Referats stand das Race Across Germany (RAG), ein Extremrennen über 1100 Kilometer und 7500 Höhenmeter von Flensburg nach Garmisch-Partenkirchen. Sein ambitioniertes Ziel: als erster Handbiker die gesamte Strecke nonstop und innerhalb des Zeitlimits von 60 Stunden zu bewältigen.
Einjährige Vorbereitung
Die Vorbereitung auf dieses aussergewöhnliche Projekt dauerte ein ganzes Jahr. Neben dem intensiven körperlichen und mentalen Training musste Mike Lackner das Vorhaben mit seinem Beruf, dem Studium und seinem Sozialleben vereinbaren. Gleichzeitig galt es, einen passenden Ernährungsplan zu entwickeln, Sponsoren zu gewinnen und die gesamte Logistik zu organisieren. Dazu gehörten unter anderem die Planung barrierefreier Toilettenstopps, die Koordination des Begleitfahrzeugs samt Crew und Material sowie ein detaillierter Notfallplan.
Aufgeben ist nicht gleich Scheitern
Dieser kam dann leider auch tatsächlich zur Anwendung, als er am 3. Juli 2026, nach rund 26 aufwühlenden Stunden und 450 zurückgelegten Kilometern, das Rennen schweren Herzens abbrechen musste. Anhaltende, starke Schmerzen in Schultern, Armen und Handgelenken liessen eine Fortsetzung nicht zu. Was folgte, war für ihn eine emotionale Achterbahnfahrt zwischen grosser Enttäuschung und Stolz auf das Erreichte. Eindrücklich erzählte Mike Lackner, wie er es schlussendlich schaffte, den Blick auf die schönen, unvergesslichen Momente und Erlebnisse zu richten und die vermeintliche Niederlage in eine wertvolle Erfahrung zu verwandeln. So betrachtet er heute sein Aufgeben nicht als Scheitern, sondern als wertvolles Lehrgeld. «Mein Kopf ist dadurch stärker geworden – nicht trotz, sondern wegen der schwierigen Momente», resümierte er. Durch diese Erfahrung habe er seine eigenen Stärken und Grenzen besser kennengelernt und könne nun gezielt darauf aufbauen.
Für Mike Lackner ist das Kapitel Race Across Germany noch nicht fertiggeschrieben. 2028 möchte er das Rennen erneut in Angriff nehmen; die Vorbereitungen dafür beginnen bereits im kommenden November. Wir wünschen ihm dabei viel Kraft, Ausdauer und Zuversicht für die nächste Etappe auf dem Weg zu seinem grossen Ziel – und drücken ihm schon heute die Daumen!