530-jähriges Bauernhaus erwacht zu neuem Leben
Innerhalb von lediglich neun Monaten wurde das denkmalgeschützte Bauernhaus Gütsch in Lauerz SZ zu einem modernen Einfamilienhaus umgebaut. Gleichzeitig erhielt der historische Blockbau aus dem Jahre 1492/93 weitgehend seinen ursprünglichen Charakter zurück. In Kombination mit modernen Elementen entstand so ein einzigartiges architektonisches Bijou.
Im «Gütsch», etwas oberhalb von Lauerz SZ, mitten im Grünen und an bester Aussichtslage, steht das rundum modernisierte ehemalige Bauernhaus von Rolf und Andrea Betschart-Bürgler. Ende Juli 2024 begannen die Strüby Unternehmungen mit dem umfangreichen Umbau. Nur neun Monate später konnte das überglückliche Eigentümerpaar bereits einziehen. Entstanden ist ein wahres Bijou, welches den ursprünglichen Charakter des über 530-jährigen, denkmalgeschützten Bauernhauses zurückerhalten hat, voller Geschichte und Geschichten steckt und durch seine Symbiose aus Alt und Neu fasziniert.
Denkmalpflege als Partnerin
Beim umfangreichen Umbau- und Sanierungsprojekt vertraute die Bauherrschaft auf die Strüby Unternehmungen, die über viel Erfahrung und Know-how im Umgang mit denkmalgeschützten Bauten verfügen. Der Gesamtleistungsauftrag umfasste die Projektentwicklung, Architektur, das Engineering und die Realisation. Ziel war es, den ursprünglichen Charakter des spätmittelalterlichen Blockbaus möglichst wieder herzustellen und zugleich zeitgemässes Wohnen zu ermöglichen. Diese teils sehr unterschiedlichen Anspruchshaltungen unter einen Hut zu bringen, sei bei geschützten Objekten jeweils eine der grössten Herausforderungen, bestätigt Kilian Boog, Geschäftsfeldleiter Umbau bei den Strüby Unternehmungen. «Die frühe und enge Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege und ihrer Vorsteherin, Monika Twerenbold, erlebten wir hingegen einmal mehr als sehr konstruktiv und lösungsorientiert, sodass das Resultat für alle Beteiligten äusserst zufriedenstellend herausgekommen ist.»
Ursprüngliches Erscheinungsbild
Äusserlich zeigt sich das Haus stark verändert. So wurden die Eternitschindeln entfernt und durch eine traditionelle, unbehandelte Holzschalung ersetzt, die sich harmonisch in die bestehende Nordfassade einfügt. Das Dach wurde komplett erneuert, die Fenster ersetzt sowie die Gebäudehülle energetisch saniert. Der ursprüngliche Treppenaufgang auf der Westseite wurde wiederhergestellt, während je zwei gedeckte Laubengänge an der Nord- und Südseite nun gemütliche Schattenplätze bieten.
Innenleben mit Kontrast und Charakter
Im Innern dominieren die dunklen Balken und Wände, die entweder vom Russ geschwärzt oder beim ursprünglichen Bau dunkel gestrichen wurden. Sie schaffen einen spannenden Kontrast zum modernen Innenausbau, bei dem an Wänden, Decken und Böden vorwiegend helles Fichtenholz zum Einsatz kam.
Gleichzeitig konnten diverse kunsthandwerkliche Details, interessante Gebrauchsspuren, religiöse Symbole zum Schutz vor bösen Geistern oder Dekorelemente vergangener Bewohner hervorgehoben werden. Während der Grundriss und die Raumhöhen bei etwas über zwei Metern belassen wurden, sticht eine geschwungene, platzsparende Wendeltreppe in Rohstahl besonders ins Auge. Weitere Highlights sind die offene Küche, die nun teilweise wieder wie früher bis unters Dach hinauf reicht, die helle, gemütliche Stube mit dem alten, restaurierten Kachelofen sowie ein uriger Weinkeller, der zum Verweilen einlädt.
Zeitgemässe Haustechnik
Die technische Infrastruktur wurde komplett erneuert. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sorgt für wohlige Wärme, während eine Photovoltaikanlage das Haus nachhaltig mit Energie versorgt. Ein stimmiges Beleuchtungskonzept, ästhetisch hochwertige Armaturen und Einbaumöbel sowie energieeffiziente Geräte erfüllen die heutigen Ansprüche an Komfort und Behaglichkeit.
Ein Haus zum Wohlfühlen
«Es ist einfach wunderbar», sagen Rolf und Andrea Betschart über das Leben und Wohnen im über 530-jährigen Holzhaus, nachdem sie immer in einem Massivbau gelebt haben. «Wir fühlen uns sehr wohl hier, vor allem weil das Haus viel Behaglichkeit und Ruhe ausstrahlt, was im Alltag zu einer spürbaren Entschleunigung beiträgt», ist der Hausherr überzeugt und bestätigt damit auch wissenschaftlich Erkenntnisse aus dem modernen Holzbau. Und mit einem Augenzwinkern ergänzt er: «Wir schlafen bisher jedenfalls sehr gut und werden von nichts und niemandem gestört», so Rolf Betschart.